Susanne Kippenberger: Das rote Schaf der Familie. Jessica Mitford und ihre Schwestern

Artikelnummer: 978-3-446-24649-2

Jessica Mitford floh vor ihrer Familie und kam doch nicht von ihr los. Ein hinreißendes Buch über Verwandte und Wahlverwandte, Freundschaft und Familie - und über einen fröhlich-entschlossenen Freiheitskampf.

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In Großbritannien sind die Mitford-Schwestern so bekannt wie bei uns die Familie Mann. Nur noch berüchtigter. Die Älteste wurde Schriftstellerin, die Zweitälteste stellte sich an den Herd. Die dritte heiratete den Faschistenführer Englands, die vierte wurde Hitler-Freundin. Die sechste wurde Herzogin von Devonshire. Und die fünfte? Schlug aus der Art. Wurde lebenslustige Kommunistin und kettenrauchende Amerikanerin mit englischem Upperclass-Akzent, Bürgerrechtlerin und Bestsellerautorin.

Jessica Mitford floh vor ihrer Familie und kam doch nicht von ihr los. Ein hinreißendes Buch über Verwandte und Wahlverwandte, Freundschaft und Familie - und über einen fröhlich-entschlossenen Freiheitskampf.

Leseprobe


Autor*in / Hrsg.: Susanne Kippenberger
Biografien von/über: Aktivistinnen Schriftstellerinnen
Land im Fokus: Großbritannien
Zeitepoche: 20. und 21. Jh.
Weitere Informationen: Umfang: 594 S., s/w Fotos
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 4.2 x 21.8 x 15 cm
Gewicht: 857 g
Erscheinungsdatum: 29.09.2014

~ LESEPROBE ~

Rezension von Claire Horst auf AVIVA-Berlin:

Erstaunlich, dass die Mitfords in Deutschland kaum bekannt sind. Eine derart schillernde Familie waren sie, dass sie in unzähligen britischen Dokumentationen und Büchern porträtiert worden sind.

Nicht nur die unglaublichen Kontraste zwischen den sechs Schwestern, auch die Lebenswege jeder einzelnen geben genug her, um Bände zu füllen.

"Ich bin normal, meine Frau ist normal, von meinen Töchtern aber ist eine verrückter als die andere", soll Baron Redesdale, der Vater der sechs Mitford-Schwestern, einmal gesagt haben. Verrückt" ist vielleicht das falsche Wort - außergewöhnlich war diese Familie in jedem Fall. Neben Pamela, der häuslichen Schwester, die mit Pferden und Hunden auf dem Land lebte, waren da Diana, die Hitler verehrte und mit dem Führer der britischen Faschisten verheiratet war, und Unity Valkyrie, auch sie Hitler-Freundin. Sie schoss sich 1939 in den Kopf, nachdem Großbritannien dem Deutschen Reich den Krieg erklärt hatte und überlebte mit einer geistigen Behinderung. Erst im November 2014 starb mit Deborah die jüngste der Schwestern, und die einzige, die ein klassisches Herzoginnen-Leben im Familienschloss geführt hatte. Außerdem gab es Nancy, eine Erfolgsautorin, die den größten Teil ihres Lebens in Paris verbrachte. Der einzige Bruder, Tom, starb als Soldat im Zweiten Weltkrieg in Burma.

Kippenberger hat die rebellischste der Schwestern ausgewählt. "Warum von den sechs Schwestern gerade sie? Weil Decca für mich nicht nur die faszinierendste, sondern auch die sympathischste ist", so die Autorin im Vorwort. Ihrer Biografie hat sie ein Zitat aus dem Film "Harold and Maude" vorangestellt - eine Liedzeile von Cat Stevens: "If you want to sing out, sing out / And if you want to be free, be free." Zu ihrer Heldin passt die Zeile ganz wunderbar, denn Jessica (genannt Decca) Mitford ließ sich nicht den Mund verbieten. Bis zu ihrem Lebensende überzeugte Kommunistin und Bürgerrechtlerin, Selfmade-Journalistin und Buchautorin, arbeitete sie vorrangig zu Themen, an denen sich andere nicht die Finger verbrennen wollten.

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