Susanne Mayer: Die Kunst, stilvoll älter zu werden. Erfahrungen aus der Vintage-Zone

Artikelnummer: 978-3-8270-1300-2

Vintage-Jahre! Das ist ein Stoßseufzer der Erleichterung und hat im Ausgang eine Note - der Verblüffung. Vintage? Wie: von gestern? Dieser Schock ist Ausgangspunkt des Buches. Susanne Mayer begibt sich auf Spurensuche danach, was Altern heute bedeutet.

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Vintage-Jahre! Das ist ein Stoßseufzer der Erleichterung und hat im Ausgang eine Note - der Verblüffung. Vintage? Wie: von gestern? Dieser Schock ist Ausgangspunkt des Buches. Susanne Mayer begibt sich auf Spurensuche danach, was Altern heute bedeutet. Sie erzählt von der ersten Altersbashing-Erfahrung - hat dieser Typ an der Kreuzung 'Alte Fotze' gekreischt? -, von Erlebnissen in der Familie - 'Du in deinem Alter, Mama?' - oder am Arbeitsplatz: Hat der Kollege impliziert, den Job mache ein Jüngerer besser? Nämlich er?

Neben persönlichen Erfahrungen werden gesellschaftliche Entwicklungen seziert wie die Phantasien von der Optimierung nun auch dieser Lebensphase, die Rentenerwartung der deutschen Mutter oder Erfahrungen von Fremdheit in einer sich beschleunigenden Welt. Fazit: Vintage verlangt Gelassenheit, gegenüber den ehemals heißumkämpften politischen Zielen, den verlorenen Hoffnungen, alten Vorsätzen - Haltung auch gegenüber dem, was kommen mag.

"Persönliche Erfahrungen und gesellschaftliche Entwicklungen zum Thema Älterwerden in unserer heutigen Zeit. Sehr pointiert und mit viel gutem Humor aufbereitet. Ein köstlicher Lesespaß, auch für Leute unter 50! Das Fazit: Die Vintage-Zone verlangt eindeutig nach Gelassenheit.", Meins, 01.04.2016

Autor*in / Hrsg.: Susanne Mayer
Details: Umfang: 224 S., 1 s/w Illustr., 1 Illustr.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 2.7 x 19.8 x 12 cm
Gewicht: 321 g
Erscheinungsdatum: 01.03.2016

~ LESEPROBE ~

Rezension von Christina Mohr auf AVIVA-Berlin:

Älterwerden betrifft uns alle und jagt uns dennoch immer wieder leisen Schrecken ein: Senil und runzlig werden - ich doch nicht! Oder? Die Journalistin Susanne Mayer stellt sich dem Thema gut gekleidet und mit erhobenem Kinn...

"Die Kunst, stilvoll älter zu werden" ist ein leises Buch, es hat nichts gemein mit schrillen "jetzt-erst-recht!"-Pamphleten, die derzeit so angesagt sind. Die Journalistin und Literaturkritikerin Susanne Mayer, Jahrgang 1952, wurde von einer jüngeren Kollegin dazu ermuntert, "doch auch mal ein Buch über ihr Alter" zu schreiben, und frau kann/darf sich vorstellen, dass Mayer, ein wenig bestürzt ob dieses Ansinnens, zunächst ein wenig nachdenken musste, bevor sie sich an die Arbeit machte. Und vielleicht als erstes zum Friseur ging, um die Ansätze nachfärben zu lassen, oder in eine Boutique, ein neues Kostüm erstehen: Um Stil, respektive Äußerlichkeiten geht es oft in diesem Buch, und die eine oder andere Leserin mag das befremden. Andererseits: Was zählt, was bleibt, wenn die Tage gezählt sind, frau selbst angezählt ist?

Mayer begegnet dem Wissen um die Endlichkeit mit Wehmut und durchaus spürbarer Furcht, aber auch mit Würde, Belesenheit und vor allem: Stil. Sie will die Alten (und auch sich selbst, die ja noch gar nicht sooo alt ist) dem Verschwinden, dem Übersehenwerden entreißen, (wieder) sichtbar machen. Sie erteilt "Übungen zum Wahrnehmen älterer Damen und Herren" und ergeht sich in detaillierten Beschreibungen markant gekleideter SeniorInnen, die ihr in Hamburg, New York City, Berlin, Florenz begegnen (die modernen Silver Ager sind KosmopolitInnen, wie die Autorin): "Sie trägt eine weiße Hose und dazu eine orientalische, fein gesteppte Jacke aus korallenroter Seide (?) Gehwagen."

Wer solcherlei Darstellungen oberflächlich findet, wird auch dem berühmten Ausspruch Oscar Wildes, dass nur oberflächliche Leute nicht nach dem Aussehen urteilten, nichts abgewinnen können. Für Susanne Mayer sind Oberflächlichkeiten bzw. die modische und kosmetische Sorge um sich selbst sichere Indizien dafür, dass hier, in dieser "grand old Schachtel" noch Leben stattfindet, dass der oder die gebückte Alte das Ableben längst noch nicht im Sinn hat, sondern den Lebensabend mit Inhalt und Schönheit zu füllen gedenkt. Mayer selbst hält nicht damit hinterm Berg, zwecks Erhaltung jugendlicher Frische Ayurveda-Farmen auf Sri Lanka besucht zu haben.

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