Susanne Orosz: Lenis Lied

Artikelnummer: 978-3-7026-5855-7

Wien, Februar 1948. Die Spuren des Krieges sind noch überall in der Stadt zu sehen: an den zerbombten Häusern, an den Kratern und Schutthaufen und an den Gesichtern der Menschen. Leni darf endlich aus der Klosterschule nach Hause. Aber dort ist es ganz anders als erwartet ...
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Wien, Februar 1948. Die Spuren des Krieges sind noch überall in der Stadt zu sehen: an den zerbombten Häusern, an den Kratern und Schutthaufen und an den Gesichtern der Menschen.

Leni darf endlich aus der Klosterschule nach Hause. Aber dort ist es ganz anders als erwartet: Der Papa macht Leni Angst, weil er jähzornig ist. Die Mama sagt, er sei nur nervös, das käme vom Krieg. Obwohl Leni versucht sich anzupassen, kann sie dem Vater nichts recht machen. Ständig ist sie mit Verboten konfrontiert und mit der Drohung, wieder ins Kloster zurückgeschickt zu werden.

Das ist schmerzhaft und zeigt Leni, dass sie ihren eigenen Weg finden muss. Je mehr sie sich von der Melodie ihres Herzens leiten lässt, desto besser gelingt es ihr, der Enge des Elternhauses zu entkommen.


Autor*in / Hrsg.: Susanne Orosz
Kinderbuch zu: Familie & Zusammenleben starke, kluge und wilde Mädchen
Weitere Informationen: Umfang: 218 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 2.3 x 21.5 x 14.8 cm
Gewicht: 389 g
Lesealter: 11+
Erscheinungsdatum: 25.07.2013

Ein eiskalter Wind schneidet in mein Gesicht. Plötzlich klingt etwas in meinen Ohren. Das ist ein Ton. Ein ganz heller und klarer Ton. Wie ein dünner Silberdraht, so fein klingt der. Ich schaue mich um, aber außer einer Frau mit einer Einkaufstasche ist niemand zu sehen. Sicher kommt der Ton von weiter vorne. Vielleicht kann man zwischen den Ständen vom Naschmarkt etwas sehen. Während die Tante ihr Taschentuch aufschüttelt und ihre Nase putzt, laufe ich schnell vor und spähe in die Gasse zwischen den gemauerten Marktständen. Und tatsächlich. Weit drüben auf der anderen Seite vom Markt steht jemand auf der Ladefläche eines hölzernen Karrens zwischen einem Haufen von Brettern und Steinen und spielt auf einer Trompete. Der Wind bewegt die Straßenbeleuchtung auf der Hochspannungsleitung, und im matten Lichtkegel erkenne ich eine Gestalt in Uniform. Eine russische Uniform ist es aber nicht. Auch keine amerikanische oder englische. Die sehen anders aus. Es ist eine Uniform, die ich noch nie gesehen habe. Dann bleibe ich stehen und reiße erstaunt den Mund auf. Das ist ja gar kein Mann sondern eine Frau! Ich sehe deutlich, dass sie keine Hose sondern einen Rock anhat. Aber das kann gar nicht sein. Uniformen tragen doch nur Männer. Aber die Melodie, die sie auf der Trompete spielt, klingt wunderschön. Wie ein schillerndes Seidentuch legt sie sich über Häuser und Ruinen. Ganz ruhig und festlich ist auf einmal alles. Und in meinen Lungen wird die Luft weit und weich und ich möchte die Melodie gern einsaugen und für immer in mir behalten.

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