Swetlana Alexijewitsch: Secondhand-Zeit. Leben auf den Trümmern des Sozialismus

Artikelnummer: 978-3-518-46572-1

Wer das Russland von heute verstehen will, muss dieses Buch lesen. Swetlana Alexijewitsch formt aus den erschütternden Erfahrungen von Menschen, die zwischen Neuanfang und Nostalgie schwanken, den Lebensroman einer noch nicht vergangenen Epoche.

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Gut zwanzig Jahre sind vergangen seit dem Zusammenbruch des Sowjetimperiums, die Russen entdeckten die Welt, und die Welt entdeckte die Russen. Inzwischen aber gilt Stalin wieder als großer Staatsmann, die sozialistische Vergangenheit wird immer öfter, vor allem von jungen Menschen, nostalgisch verklärt.

Russland, so Swetlana Alexijewitsch, lebt in einer Zeit des 'Second-hand', der gebrauchten Ideen und Worte. Die Reporterin befragt Menschen, die sich von der Geschichte überrollt, gedemütigt, betrogen fühlen. Sie spricht mit Frauen, die in der Roten Armee gekämpft haben, mit Soldaten, Gulag-Häftlingen, Stalinisten. 'Historiker sehen nur die Fakten, die Gefühle bleiben draußen., ich aber sehe die Welt mit den Augen der Menschforscherin.'

Wer das Russland von heute verstehen will, muss dieses Buch lesen. Swetlana Alexijewitsch formt aus den erschütternden Erfahrungen von Menschen, die zwischen Neuanfang und Nostalgie schwanken, den Lebensroman einer noch nicht vergangenen Epoche.


Autor*in / Hrsg.: Swetlana Alexijewitsch
Zeitepoche(n): 20. und 21. Jh.
Weitere Informationen: Suhrkamp TB Bd. 4572
Übersetzt von: Ganna-Maria Braungardt
Umfang: 569 S.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 2.8 x 19 x 11.9 cm
Gewicht: 385 g
Erscheinungsdatum: 08.02.2015

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Rezension von Doris Hermanns auf AVIVA-Berlin:

Vor über 20 Jahren wurde die Sowjetunion aufgelöst. Was bedeutet dies für die Menschen in den ehemaligen Unionsrepubliken und warum greifen viele von ihnen auf überholt geglaubte Ideale zurück?

Die Schriftstellerin und Reporterin Swetlana Alexijetwitsch lässt in ihrem Buch Secondhand-Zeit zahlreiche Menschen zu Wort kommen, die die Umbruchzeit miterlebt haben. Die Frage, die sie ihnen stellte, war "Was ist Freiheit?". Wo die Älteren sie als Abwesenheit von Angst definieren, sehen Jüngere innere Freiheit als absoluten Wert. Und genau darin macht sich für sie bereits der Unterschied fest: Die Jüngeren heute wissen, was Kapitalismus bedeutet, "sie haben es zu spüren bekommen: Ungleichheit, Armut, dreist zur Schau getragener Reichtum, sie haben das Leben ihrer Eltern vor Augen, die von dem geplünderten Land nichts abbekommen haben. Sie sind radikal eingestellt. Träumen von ihrer eigenen Revolution. Sie tragen rote T-Shirts mit Bildern von Lenin und Che Guevara." Dies führt zu einem neuen Bedürfnis nach der Sowjetunion, viele junge Menschen halten Stalin für einen großartigen Politiker, veraltete Ideen leben wieder auf und werden verklärt: vom großen Imperium, von der "eisernen Hand", vom "besonderen russischen Weg" - und auch von der absoluten Macht für den Präsidenten, wie sie früher der Generalsekretär hatte. Wie Alexijewitsch es benennt: "die Zukunft ist nicht mehr an ihrem Platz", es ist eine Secondhand-Zeit, eine Zeit der bereits gebrauchten Ideen und Worte.

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