Sybille Bauriedl (Hrsg.): Wörterbuch Klimadebatte

Artikelnummer: 978-3-8376-3238-5

Im »Wörterbuch Klimadebatte« analysieren Expert_innen aus Sozial-, Politik- und Kulturwissenschaften über 40 Schlüsselbegriffe des Klimadiskurses, die diese Utopie plausibel und alternativlos erscheinen lassen, und zeigen notwendige Perspektiven jenseits einer neoliberalen Klimapolitik.

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Grünes Wachstum, Nullemission, Energiewende, ökologische Modernisierung. Die Klimadebatte hat ihr eigenes Vokabular hervorgebracht, dessen Begriffe eine strukturkonservative Agenda transportieren: Mit marktbasierten Klimaschutzinstrumenten, grüner Technologie und globalem Management sollen die lebenswichtigen Funktionen der Atmosphäre bewahrt und gleichzeitig ungebremstes Wachstum ermöglicht werden. Dieses Ideal der Industriegesellschaften hat jedoch den Klimawandel verursacht und wird nun zu dessen Lösung umgedeutet.

Im »Wörterbuch Klimadebatte« analysieren Expert_innen aus Sozial-, Politik- und Kulturwissenschaften über 40 Schlüsselbegriffe des Klimadiskurses, die diese Utopie plausibel und alternativlos erscheinen lassen, und zeigen notwendige Perspektiven jenseits einer neoliberalen Klimapolitik.

»Wie in vielen anderen Diskursen um Humanität, Menschlichkeit, Solidarität und Empathie kommt es auch bei den Auseinandersetzungen um eine fach-, sachgerechte und humane Klimapolitik darauf an, nicht nach allzu vereinfachenden Ja-Nein-Lösungen Ausschau zu halten, sondern ganzheitliches Denken und Handeln zu üben und im alltäglichen und gesellschaftlichen Diskurs zu praktizieren. Deshalb sollte das Wörterbuch Klimadebatte gute Dienste leisten.« Jos Schnurer, www.socialnet.de, 29.12.2015

»Weit mehr als ein Nachschlagewerk. Empfehlenswert für alle, die die Vokabeln in der Klimadebatte nicht nur verstehen, sondern auch kritisch hinterfragen wollen.« Claudia Plaß, www.ndr.de, 10.12.2015

Leseprobe


politische Themen: Umwelt, Klima & Landwirtschaft
Autor*in / Hrsg.: Sybille Bauriedl
Wissenschaft: postcolonial studies
Details: Edition Kulturwissenschaft 82
Umfang: 326 S.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 2 x 22.5 x 14.8 cm
Gewicht: 530 g 
Erscheinungsdatum: 15.11.2015

~ LESEPROBE ~

Rezension von Sophia Gayana Ermert auf querelles-net:

Abstract: In Form eines Readers führen die Herausgeberinnen in einflussreiche Theorien, Schlüsselbegriffe und Texte der Gender Studies ein. Dabei sollen explizit Kanonisierungstendenzen dargestellt werden, wie sie sich an deutschen Universitäten entwickelt haben, und diese durch bedeutende Texte aus den USA ergänzt werden. So ist eine spannende Textauswahl entstanden; Theorien und Begriffe werden verständlich erläutert. Kritische Fragen nach Ausschlüssen von Ansätzen oder Texten durch Kanonisierung sowie nach der strukturellen Bedeutung von Inter- bzw. Transdisziplinarität für die Gender Studies werden jedoch leider nicht gestellt.

Das Studienfach Gender Studies ist an deutschen Universitäten noch relativ jung. In Form eines Readers wollen die Herausgeberinnen, die alle drei aus den Literaturwissenschaften kommen, Studierenden der Gender Studies einen guten Einstieg ins Studium ermöglichen. Er besteht aus drei Teilen: "Bürgerliche Geschlechterhierarchie und emanzipative Ansätze", "Gender und Queer Studies" sowie "(Inter-)Disziplinäre Anschlüsse". Jeder Abschnitt enthält eine von den Herausgeberinnen verfasste Einführung und fünf Schlüsseltexte (bzw. Textauszüge). Begleitet wird jeder Schlüsseltext von kurzen biographischen Angaben zu den Autor_innen und von weiterführender Literatur.

Beim Lesen des Readers haben sich für mich folgende Fragen ergeben: Inwiefern befassen sich die Herausgeberinnen mit den in den Gender Studies diskutierten Problemen der Ausschlüsse durch Kanonbildung? Wie ist Gender-Wissen in dem Reader strukturiert und wie wird Inter- bzw. Transdisziplinarität thematisiert? Schließlich wird es um die Frage gehen, für wen diese Einführung geschrieben ist.

Kanonisierungstendenzen

Eine Einführung in die Gender Studies zu verfassen ist keine leichte Aufgabe. Eine kritische Auseinandersetzung mit Kanonisierung und anderen Mechanismen, die wissenschaftliche Disziplinen ausmachen, ist für viele Wissenschaftler_innen der Gender Studies ein Anliegen. Das wird z. B. in dem 2005 im VS Verlag Wiesbaden erschienenen Sammelband Quer denken - Strukturen verändern. Gender Studies zwischen den Disziplinen von Heike Kahlert, Barbara Thiessen und Ines Weller deutlich. Neben der Thematik der Inter- bzw. Transdisziplinarität der Gender Studies wird hier auch die Frage nach der (Re-)Produktion von Ausschlüssen durch das Festlegen von Leselisten für Prüfungen oder Textauswahl in Handbüchern bzw. Seminarreadern gestellt.
Es geht also auch um die kritische Frage, was 'Gender Studies' als Disziplin ausmacht und inwiefern eine Institutionalisierung als wissenschaftliche Disziplin (notwendigerweise) Ausschlüsse produziert. Eine Einführung greift auf die Vorteile von Kanonisierung zurück. Jenen, die gerade anfangen, sich mit einem Forschungsgebiet auseinanderzusetzen, soll eine Orientierungshilfe gegeben werden. Das ist durchaus legitim, schließlich wäre es eigentümlich anzunehmen, in den Gender Studies gäbe es so etwas wie Kanonisierungstendenzen, Schlüsseltexte, einflussreiche Theoriestränge nicht (vgl. Sabine Hark im oben genannten Sammelband; zum Zusammenhang von Orientierung und Kanonisierung vgl. außerdem Susanne Baer ebd.). Gleichzeitig stehen Gender Studies aber für ein kritisches Hinterfragen und Analysieren von Machtverhältnissen nicht nur in Bezug auf Geschlecht; das wird hier sozusagen zum Programm erklärt. Da liegt eine Problematisierung der Ausschlussmechanismen, wie sie durch das Abbilden eines Kanons in einer Einführung entstehen, nahe.

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