Tanja Birkner: Halbe Stunde

Artikelnummer: 978-3-944874-28-9

Dieser Band zeigt Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben: Es sind junge Prostituierte aus Rumänien und Bulgarien, die der Armut ihrer Heimatländer entkommen wollen; Homosexuelle, die als Escort arbeiten; eine selbstbewusste Domina.

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Dieser Band zeigt Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben: Es sind junge Prostituierte aus Rumänien und Bulgarien, die der Armut ihrer Heimatländer entkommen wollen; Homosexuelle, die als Escort arbeiten; eine selbstbewusste Domina. Prostitution ist eine Realität, doch Klischees und Mythen erschweren einen vorurteilsfreien Blick auf die Menschen, die sich prostituieren. Der Fotografin Tanja Birkner ist es gelungen, die Frauen und Männer zu porträtieren, ohne sie dem Voyeurismus auszuliefern. In respektvollen Porträts zeigt sie die Menschen am Arbeitsort im Hotel, an der Bar oder auf der Straße. Viele Gespräche fanden in privater Atmosphäre im Café, beim Spaziergang oder in den eigenen Wohnungen statt. Die Porträtierten kommen hier selbst zu Wort, ungefiltert, ungeschönt. Die Bilder und O-Töne fügen sich zu einem ausgewogenen Blick hinter die Fassaden der sozialen Ausgrenzung und Ausbeutung.

politische Themen: Prostitution*Sexarbeit
Fotograf*in: Tanja Birkner
Kunst: Fotografie
Details: Umfang: 160 S., 75 Farbfotos
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 1.4 x 24 x 25.5 cm
Gewicht: 822 g
Erscheinungsdatum: 15.09.2015

~ LESEPROBE ~

Rezension von Laura Seibert auf AVIVA-Berlin:

Die Fotografin schafft eine alternative und respektvolle Sichtbarkeit für ein stark stigmatisiertes Tätigkeitsfeld: Ihr Fotobuch vereint Interviews mit Portraitaufnahmen von ProtagonistInnen der Hamburger Prostitutionsszene. "Klischees und Mythen erschweren einen vorurteilsfreien Blick auf die Menschen, die in der Prostitution tätig sind." schreibt Tanja Birkner in der Einleitung. Dem setzt sie etwas entgegen, indem sie Menschen aus einem breitem Spektrum vorstellt, die aus verschiedensten Gründen in der Sexarbeit und deren Umfeld arbeiten.

2010 ging die Berliner Beratungsstelle für Prostitution Hydra e.V. von 400.000 Sexarbeiter*innen in Deutschland aus, welche die derzeit aktuellste Zahl darstellt, auch das BMFSFJ schreibt von der mangelnden Existenz eindeutiger Angaben.

Ein Blick ohne Vorurteile

Auf einem anderen Weg als über eine gesichtslose statistische Datenerhebung nähert sich die Fotografin Tanja Birkner dem Thema Prostitution. Bevorzugt fotografiert sie vor Ort, in Hamburg, wie auch in ihrer Reportage und Portraitreihe "Xpac", für die sie minderjährige Geflüchtete traf. Ihre Arbeiten orientieren sich stark an der Selbstwahrnehmung der Portraitierten. Aber auch die Atmosphäre und der urbane Kontext fließen in ihre Aufnahmen ein: In dem Buchprojekt "Kleine Freiheit" von 2011 dokumentieren ihre Fotografien das sich wandelnde Stadtbild der gleichnamigen Straße im bekannten Hamburger Viertel St. Pauli. Dabei verzichtet sie nicht auf einen künstlerischen Blickwinkel, der sich in fortgeführten Farbläufen sowie Detailansichten ausdrückt.
In ihrem neuen Fotobuch, erschienen im September 2015, portraitiert sie siebzehn Personen unterschiedlicher Geschlechter, Nationalitäten und Biographien, die in der Hamburger Prostitutionsszene in St. Georg tätig sind. Begleitend zu den Aufnahmen führte sie Interviews. Jede Person entschied dabei selbst über die Preisgabe der eigenen Identität. Wie in den vorhergehenden Projekten war auch in "Halbe Stunde" die Selbstwahrnehmung der Beteiligten wichtiger als eine Inszenierung durch die Fotografin, was dem Bildband Authentizität verleiht und die besondere Erzählqualität der Aufnahmen ausmacht. Ergänzt werden die Portraits durch Detailaufnahmen, Innenansichten und Panoramaaufnahmen des als Reportage angelegten Fotoprojekts.

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