Terézia Mora: Nicht sterben

Artikelnummer: 978-3-630-87451-7

Wenige Monate nachdem Terézia Mora im Herbst 2013 für ihren Roman 'Das Ungeheuer' mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet wurde, hielt sie ihre Frankfurter Poetik-Vorlesungen.

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Wenige Monate nachdem Terézia Mora im Herbst 2013 für ihren Roman 'Das Ungeheuer' mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet wurde, hielt sie ihre Frankfurter Poetik-Vorlesungen. Schritt für Schritt erzählte sie, wie sie ihren unvergleichlichen literarischen Kosmos geschaffen hat, erst Erzählungen, dann ihre vielfach ausgezeichneten Romane. Diese Vorlesungen waren ein Ereignis. Wer mehr über Terézia Mora, ihr Werk, über das Schreiben und über die Literatur im Allgemeinen erfahren möchte, kann die in Frankfurt gehaltenen Vorträge jetzt nachlesen.

Terézia Moras Frankfurter Poetik-Vorlesungen beginnen mit einem starken Bild. Sie erzählt, wie sie unlängst mit ihrer kleinen Tochter im Kino war, um sich einen Zeichentrickfilm anzusehen. Darin musste eine Familie von Steinzeitmenschen ihre Höhle verlassen und sah sich mit einem Mal einer fremden und bedrohlichen Welt gegenüber. Ähnlich fühlt Terézia Mora sich als Autorin von jeher in eine Welt von Störungen und Irritationen ausgesetzt, der sie sich erwehren muss, die aber auch zu Antriebskräften ihres Schreibens werden. Wie sich dies gestaltet, darüber spricht sie in ihren Vorlesungen. Detailliert erzählt sie von ihren Romanfiguren, wann sie ihnen begegnet ist und welchen intimen Umgang sie mit ihnen, fiktiven Freunden teilweise schon seit Kindertagen, pflegt. Und sie kommt auch auf einen wesentlichen Aspekt ihres Schreibens zu sprechen: das Drastische, und weswegen ihre Geschichten immer radikale Wendungen nehmen. Indem Terézia Mora so dem existentiellen Ursprung sowie den Bedingungen und Grundlagen ihres Schreibens nachgeht, ist ihr neues Buch auch ein Nachdenken über die autobiographischen Hintergründe ihrer Entwicklung als Autorin. Dies macht 'Nicht sterben' zu einer ebenso erhellenden wie faszinierenden Hinführung zu ihrem Werk und zur Literatur im Allgemeinen.


Autor*in / Hrsg.: Terézia Mora
Weitere Informationen: Umfang: 160 S., 0 s/w Illustr.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 1.5 x 22 x 14 cm
Gewicht: 315 g
Erscheinungsdatum: 23.02.2015

~ LESEPROBE ~

Rezension von Anke Küpper bei den Bücherfrauen:

Bereits im Titel ihrer Frankfurter Poetik-Vorlesungen macht Terézia Mora klar: Schreiben ist eine existentielle Angelegenheit für sie, eine Methode, das emotional Überwältigende des Lebens bewältigbar zu machen. "Bespreche die Wunde. Was kannst du aussprechen, ohne die Kontrolle zu verlieren? Bzw.: Um Kontrolle zu erlangen?", fragt sie im ersten Vortrag, in dem sie u. a. beschreibt, wie ihr Erzählungsband Seltsame Materie entstand: aus einer Schreibübung an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin, wo sie damals noch Drehbuch studierte. Der zweite Vortrag behandelt den langen Weg zum ersten Roman. Frei nach Adorno gibt es für Mora kein richtiges Schreiben im Falschen, dementsprechend warf sie die erste Fassung von Alle Tage komplett weg, da es ihr darin noch nicht gelungen war, in den "Kern der Dinge" vorzustoßen. Im dritten Vortrag widmet sie sich den Figuren ihrer Romane und Erzählungen: Wie (er)findet sie diese? Wie verwendet sie dabei Anteile realer Personen? Als Viertes erzählt sie von ihren Recherchereisen. Die Drastik ihrer Geschichten, die "zum Äußersten/Innersten gehen" ist Thema des fünften, letzten Vortrags.

Neben einem spannenden Einblick in die Entstehung von Terézia Moras Werk enthält Nicht Sterben auch jede Menge anregende Tipps und Fragen, die Autorinnen und Autoren sich zum eigenen Schreiben stellen sollten. Zumindest wenn man mehr bzw. anderes als reine Unterhaltungsliteratur produzieren möchte.

» zur Rezension auf buecherfrauen.de

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