Trix Niederhauser: Die Liebsten

Artikelnummer: 978-3-89741-369-6

Martha sieht sich nach 37 Ehejahren einem einsamen Lebensabend gegenüber. Zum Glück findet sie Ablenkung: Mit den Damen des örtlichen Frauenvereins engagiert sie sich wohltätig in einer Seniorenresidenz. Dort gibt es schon bald eine Leiche.

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Martha sieht sich nach 37 Ehejahren einem einsamen Lebensabend gegenüber. Zum Glück findet sie Ablenkung: Mit den Damen des örtlichen Frauenvereins engagiert sie sich wohltätig in einer Seniorenresidenz. Dort gibt es schon bald eine Leiche - was überrascht, denn... es ist ein junger Mann, der sein Leben im Swimmingpool des Altenheimes aushaucht. So regt sich Verdacht. War es ein Mord? Gemeinsam mit ihrem besten alten (schwulen) Freund Toni macht Martha sich daran, Licht ins Dunkel zu bringen. Und siehe da, alles ist ganz anders als zunächst vermutet.

Autor*in / Hrsg.: Trix Niederhauser
Weitere Informationen: Reihe CRIMINA
Umfang: 294 S.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 2.5 x 21 x 13.2 cm
Gewicht: 389 g 
Erscheinungsdatum: 01.04.2015

'Eine Aufgabe, Martha, du brauchst eine Aufgabe!' Auffordernd sah mich Elsbeth Berger an. Ihr massiger Körper steckte in einem etwas zu engen, grellfarbigen Rock, der ihr knapp über die Knie reichte. 'Wie lange willst du dich noch zu Hause verkriechen? Wir brauchen dich!' Ihre grünen Augen blitzen. 'Das Dorf braucht dich!', fügte sie nachdrücklich hinzu.

Natürlich, meine Nachbarin hatte recht, seit dem Tod von Arthur lebte ich zurückgezogen. Noch mehr als vorher. Am liebsten blieb ich alleine, andere Menschen ertrug ich nur schlecht. Dieser unerwartete Tod hatte mir den Boden unter den Füßen weggerissen. Der gemeinsam geplante Lebensabend fand nun ohne Gatten statt. Auf einmal saß ich allein in unserem Haus für zwei. Alles erinnerte mich an meinen Mann, überall stieß ich auf seine Hinterlassenschaften.

Nicht zum ersten Mal versuchte mich Elsbeth für ihren Verein zu gewinnen. Händeringend suchten sie nach Freiwilligen. Arthur hatte nie gewollt, dass ich mich engagiere: 'Was willst du bei denen? Mit alten Weibern spazieren gehen? Kuchen für gemeinnützige Zwecke backen?!' Doch jetzt gab es keinen Arthur mehr. So schien es mir als ein Wink des Schicksals, dass Elsbeth mit bittendem Blick und überzeugenden Argumenten vor mir auf dem Sofa saß. 'Meinst du?', zögerte ich dennoch. Was konnte eine wie ich schon tun?

Unser Verein nimmt sich gemeinnützigen Aufgaben und Werken an, die unserer Dorfbevölkerung zu Gute kommen. Alle Frauen arbeiten ehrenamtlich. Es ist uns ein Anliegen, dass sich vor allem die ältere Bevölkerung aufgehoben fühlt. Wo Hilfe benötigt wird, spannen wir ein dichtes Netz, das dort auffängt, wo es nötig ist, stand in dem Prospekt.

'Klingt etwas schwülstig', sagte ich zu Elsbeth.

'Ach', winkte sie ab, 'da hat unsere Präsidentin ein bisschen übertrieben. Die gute Eva sieht sich als Retterin der Alten und Bedürftigen. Schau: Es gibt einen Wäsche- und Bügelservice, das allwöchentliche Altersturnen, Vorlesenachmittage, Spiel- und Wandertage. Die alten oder hilfsbedürftigen Menschen konnten vielfältige Dienste in Anspruch nehmen.'

'Eine gute Sache! Das überzeugt mich', sagte ich zu Elsbeth.

'Also, abgemacht?! Du wirst es nicht bereuen', strahlte sie und streckte mir die Hand entgegen. Kurz darauf gehörte ich zum Vorstand des Gemeinnützigen Frauenvereins.

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