Ulrike Heider: Die Leidenschaft der Unschuldigen. Liebe und Begehren in der Kindheit - Dreizehn Erinnerungen

Artikelnummer: 978-3-86505-243-8

Haben Kinder Sex? Können Kinder lieben? Schon Sigmund Freud wusste: 'Kurz gesagt, das Kind ist lange vor der Pubertät ein bis auf die Fortpflanzungsfähigkeit fertiges Liebeswesen.' Aber im Zuge eines neuen Sexualkonservatismus wird auch der alte Mythos von der kindlichen 'Unschuld' neu belebt.

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'Ihr Liebesleben begann in einem versteckten Winkel der Tenne. 'Aurelia sitzt im Heu, entblößt sich, und ich schau herum und greif das auch an, ihre Vulva'. Am deutlichsten erinnert er sich an den Geruch, der von ihrem Geschlecht ausging, sobald er es berührte. Sie taten es wieder und wieder, zogen sich aus, betrachteten und befühlten einander. Jeden Sommer überließen sie sich in immer besseren Verstecken ihrer Lust. Acht Jahre ging das so, bis sie beide zwölf waren.' (Aus dem Kapitel über Ferdinand Bruner, Psychoanalytiker)

Haben Kinder Sex? Können Kinder lieben? Schon Sigmund Freud wusste: 'Kurz gesagt, das Kind ist lange vor der Pubertät ein bis auf die Fortpflanzungsfähigkeit fertiges Liebeswesen.' Aber im Zuge eines neuen Sexualkonservatismus wird auch der alte Mythos von der kindlichen 'Unschuld' neu belebt.

'Die Leidenschaft der Unschuldigen' belegt das Gegenteil: Dreizehn Frauen und Männer zwischen 30 und 80 Jahren teilten ihre Erinnerungen an romantische Schwärmereien, erotische Fantasien und sexuelle Abenteuer in ihrer Kindheit mit der Autorin. Die facettenreiche Sammlung von Erinnerungen - unter anderem von Dirk Bach und Klaus Staeck -, gewährt einen Blick auf das Liebesleben von Kindern: das Glück von Liebe und sexueller Entdeckerfreude auf der einen Seite, das Leiden unter Tabus und unerfüllter Sehnsucht auf der anderen.


Autor*in / Hrsg.: Ulrike Heider
Weitere Informationen: Umfang: 204 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 2.1 x 20 x 13 cm
Gewicht: 352 g
Erscheinungsdatum: 25.09.2015

Rezension von Moritz Strickert auf kritisch-lesen.de

Ein Buch über Liebe, Romantik und gelebte Sexualität im Kindesalter.

Können Kinder Liebe und Anziehung empfinden? Wie verhält es sich mit der Entwicklung ihrer Sexualität? Diesen Fragen geht die Autorin Ulrike Heider in ihrem aktuellen Buch "Die Leidenschaft der Unschuldigen" nach. Hierzu interviewte sie Menschen im Alter zwischen 30 und 80 Jahren hinsichtlich ihrer Erinnerungen an ihre ersten romantischen Gefühle, Fantasien und gelebte Sexualität vor ihrem dreizehnten Lebensjahr.

Mit einem bebilderten Essay leitet die Autorin ihr Buch programmatisch ein. Darin rekapituliert sie die sich historisch immer wieder wandelnden und umkämpften Vorstellungen hinsichtlich des Verhältnisses von Kindheit und Sexualität. In diesem Essay beschreibt Heider zuerst die eigenen Schwierigkeiten, mit welchen sie im Zuge der Erstellung ihres Buches konfrontiert war. So reagierten viele Personen, die sie für ihr Buchprojekt gewinnen wollte, ablehnend oder pikiert, weil sie die Fragen nach ihrem frühen Liebesleben oder gar Sexualitätserfahrungen als obszön empfanden. Auch fand Heider, nachdem sie das Manuskript für ihr Buch bereits 2010 fertiggestellt hatte, lange Zeit keinen Verlag, der das Buch veröffentlichen wollte. Wie es dazu kam, dass kindliche Sexualität heute vor allem mit dem Gedanken an "sexuellen Missbrauch" verknüpft ist, zeichnet Heider nach.

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