Vera Friedländer: Ich war Zwangsarbeiterin bei Salamander

Artikelnummer: 978-3-360-01313-2

Vera Friedländer ist 88 und eine der letzten lebenden Zwangsarbeiterinnen aus der Nazizeit. Als 16-jährige musste sie Schuhwerk für die Salamander A. G. in Berlin sortieren, das einer 'Weiterverwertung' zugeführt wurde: Es handelte sich, wie sie später erfuhr, um die Schuhe in Auschwitz und anderen Lagern Ermordeter.

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Vera Friedländer ist 88 und eine der letzten lebenden Zwangsarbeiterinnen aus der Nazizeit. Als 16-jährige musste sie Schuhwerk für die Salamander A. G. in Berlin sortieren, das einer 'Weiterverwertung' zugeführt wurde: Es handelte sich, wie sie später erfuhr, um die Schuhe in Auschwitz und anderen Lagern Ermordeter.

Jahrzehnte nach dem Krieg begann Vera Friedländer, ihre eigene Biografie und die Betriebsgeschichte der Salamander AG zu erforschen und aufzuschreiben. So erfuhr sie, dass sie einst für einen der größten Profiteure des Naziregimes gearbeitet hatte. In ihrem berührenden Text erinnert sie sich ihrer und der Vergangenheit des Schuhkonzerns aus Kornwestheim, der diesen Teil der Betriebsgeschichte verdrängen wollte. Entstanden ist ein spannendes und sehr bewegendes Sachbuch.


politische Themen: Nationalsozialismus
Autor*in / Hrsg.: Vera Friedländer
Details: Umfang: 224 S., mit Abbildungen
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 1.9 x 21.1 x 12.6 cm
Gewicht: 293 g
Erscheinungsdatum: 02.09.2016

~ LESEPROBE ~

Rezension auf kritisch-lesen.de:

Der Schuhhersteller Salamander hat es lange geleugnet, und doch ist es belegt: das Unternehmen hat in der Nazizeit Schuld auf sich geladen.

Vera Friedländer liefert eine spannende und faktenreiche Auseinandersetzung mit der Firmengeschichte des Schuhherstellers Salamander in Kornwestheim (Baden-Württemberg). Aus den Schriften des Stadt- und Firmenhistorikers Hanspeter Sturm befördert sie unter Falschdarstellungen, Fehlinterpretationen und Auslassungen die tatsächliche Entwicklung des Unternehmens Salamander zwischen 1933 und 1945 ans Tageslicht und vervollständigt diese durch eigene Quellenrecherchen.

1933 wird bereits die schrittweise "Arisierung" des Unternehmensvorstands in Angriff genommen und die jüdischen KapitalgeberInnen kaltgestellt. Die Maßnahmen haben den gewünschten Effekt: Die Firma wird aus der Boykottliste der Nazis gestrichen. Die weitere Hinwendung der Firma an die Nazis zeitigt die Spende von 10.000 Reichsmark des Firmenchefs Alex Haffner zu Hitlers erstem Jubiläum als Reichskanzler. Gleich nach den Nürnberger Rassegesetzen von 1935 und weit vor der Reichsprogromnacht 1936 "erwirbt" die Salamander AG bereits gut gehende Schuhfirmen aus Offenbach und Speyer. Die Offenbacher J. Mayer & Söhne Leder AG ist zu diesem Zeitpunkt sechs Millionen Reichsmark wert, die Besitzer werden mit einer halben Millionen abgefunden. Das mag damals gerade gereicht haben, um ihr Vermögen aufzulösen und die Ausreise zu bewerkstelligen. Zudem "erwirbt" Salamander die württembergische Schuhfabrik Faurndau GmbH und im Jahr 1937 Anteile der Gerberei Sihler & Co AG. Durch diese Einkäufe wird sie zu einem der größeren Schuhkonzerne neben der Freundenberg AG.

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