Viola Rohner, Sonja Bougaeva: Jelena fliegt

Artikelnummer: 978-3-7795-0512-9

Man muss nicht groß und dick sein um zu wissen, wie sich das anfühlt. Nicht in seine Kleider zu passen und auch sonst an keinen Ort. So ging es Jelena.
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Man muss nicht groß und dick sein um zu wissen, wie sich das anfühlt. Nicht in seine Kleider zu passen und auch sonst an keinen Ort. So ging es Jelena.

Jelena war so dick und groß, dass sie nicht in die enge Schießbude ihrer Mutter passte. Und weil sie mit dem Jahrmarkt von Ort zu Ort reiste, musste sie jede Klasse wiederholen. Jelena hatte nur zwei Freunde: Frau Süß vom Zuckerwatte-Stand und Herrn Kraft vom Hau-den-Lukas. Einmal wollte keiner der Jahrmarktbesucher auf den Lukas schlagen. Da nahm Jelena den Hammer und schlug so kräftig, dass der Schneller bis in den Himmel flog! Sie gewann alle Ballons und als Herr Kraft die an Jelena festgebunden hatte, wurde sie ganz leicht. So leicht, dass sie zu schweben begann.

Viola Rohner erzählt über das Gefühl der Erdenschwere und die beglückende Erfahrung der Leichtigkeit. Sonja Bougaevas Bilder finden den Ton dieser leise-schönen Geschichte und tauchen sie in mildes Licht.


Autor*in / Hrsg.: Viola Rohner
Illustrator*in: Sonja Bougaeva
Kinderbuch zu: Toleranz & Anders sein Kinder stark machen
Details: Umfang: 24 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 0.7 x 30.2 x 21.7 cm
Gewicht: 378 g
Lesealter: 5+
Erscheinungsdatum: 15.02.2015

Rezension auf dem Blog feminist bookshelf:

"Jelena fliegt" ist eins der wenigen Kinderbücher mit einer dicken Hauptfigur.

Zur Geschichte
Jelena ist das Kind zweier Jahrmarktleute. Das Buch erzählt, dass sie nirgendwo hinpasste, weil sie "zu dick, zu groß und zu dumm" war. Eines Tages schafft Jelena es, den Hau-den-Lukas so stark zu schlagen, dass sie alle Luftballons kommt - und dann geschieht, was der Titel verspricht: Jelena fliegt. Sie sieht die Stadt von oben, die Häuser, die Menschen und den Verlust ihrer Eltern, die sie nun überall suchen.

Fazit
Das Buch überzeugt mit einem wunderbar poetischen Bildern, die Sonja Bougaeva geschaffen hat. Schön ist, dass eine dicke Hauptfigur es in ein Kinderbuch geschafft hat. Jelena bleibt bis zum Ende dick, groß und dumm. Jelena ändert sich in der Geschichte nicht. Sie bleibt, wie sie ist, allerdings wird das "zu" ("zu dick, zu groß, zu dumm") nicht aufgelöst. Das heißt, die erwähnten Eigenschaften werden negativ bewertet. Das ist sehr schade. Jelena wird im Buch für ihre Stärke gelobt, allerdings immer wieder mit männlichen Begriffen bezeichnet ("Ein Herkules!"). Das wird leider ebenfalls nicht aufgelöst oder kritisiert. Hier bietet sich vielleicht ein Gespräch mit Kindern an (Wie bezeichnet man starke Frauen?) und eigene Wörter zu finden.
Das Buch endet damit, dass Jelena in die Arme ihrer Eltern passt - also zum ersten Mal irgendwo hinpasst. Unklar bleibt, warum ihre Eltern sie erst verlieren müssen, um sie wertzuschätzen. Insgesamt hat das Buch viele kritische Stellen. Ein Vorlesen ist mit (großen) Änderungen vielleicht möglich.

» zur Rezension auf www.feministbookshelf.com


Rezension von Sabine Reichelt auf AVIVA-Berlin:

Das Gefühl, nicht dazuzugehören, kennen die meisten. Ein wunderschönes Bilderbuch für Kinder macht dieses Gefühl sichtbar und erzählt von Jelena, der runden Außenseiterin, die dann doch den Platz findet, an den sie passt.

"Jelena war viel zu dick. Viel zu groß. Und viel zu dumm." beginnt die Geschichte über ein Mädchen, das fühlt, nirgendwo hin- und dazuzugehören, nirgendwo hineinzupassen. Und das ganz wörtlich: Ihre Eltern besitzen eine Achterbahn und eine Schießbude auf dem Jahrmarkt, doch dort findet Jelena keinen Platz, nicht genügend Raum. Jelena hat nur zwei Freund_innen: Frau Süß vom Zuckerwatte-Stand und Herrn Kraft, den Besitzer des Hau-den-Lukas.

Schließlich kommt der Tag, an dem Jelena allen zeigen kann, was in ihr steckt und wie stark sie ist. Als Gewinnerin am Hau-den-Lukas erhält sie zahllose Luftballons und hebt ab, als diese an ihr befestigt werden. "Jelena wurde ganz leicht." Plötzlich scheinen sich ihr Gewicht und die Schwere in Luft aufgelöst zu haben und sie schwebt selbst wie ein Ballon über dem Jahrmarkt, schließlich über der Stadt.

Jelena kann die Welt nun erleichtert aus einer neuen Perspektive betrachten. Und dabei merkt sie, dass sie fehlt und vermisst wird. Als sie zurück zur Erde sinkt, scheint sie auf die Größe ihrer Eltern geschrumpft und findet ihren Bestimmungsort genau da, wo sie sich einst so fehl am Platz gefühlt hatte. "Und Jelena umarmte sie mit ihren großen, starken Armen."

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