Vojin Sasa Vukadinovic: Freiheit ist keine Metapher. Antisemitismus, Migration, Rassismus, Religionskritik

Artikelnummer: 978-3-89656-269-2

Die Literaturwissenschaftlerin Silvia Bovenschen hat einmal bemerkt, dass vermutlich jede Bewegung irgendwann ihre eigene Karikatur hervorbringt. Der Genderfeminismus, der Antirassismus und der Queerfeminismus sind ebendies: Karikaturen geschlechter-, migrations- und sexualpolitischer Emanzipationsregungen.

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Die Literaturwissenschaftlerin Silvia Bovenschen hat einmal bemerkt, dass vermutlich jede Bewegung irgendwann ihre eigene Karikatur hervorbringt. Der Genderfeminismus, der Antirassismus und der Queerfeminismus sind ebendies: Karikaturen geschlechter-, migrations- und sexualpolitischer Emanzipationsregungen.

Der Sammelband nimmt diesen pessimistischen Befund zum Ausgangspunkt, um über den Verrat an der Mündigkeit nachzudenken, der sich in den letzten zehn Jahren besonders in den vorgenannten Bereichen kenntlich gemacht hat. Am Beispiel von Antisemitismus, Migration, Rassismus und Religionskritik zeigen rund dreißig Beiträge, wie fatal die Konsequenzen einer Haltung sind, die nur noch in Kollektiven zu denken vermag, die dann entweder als Gruppenidentität eingefordert oder aber ressentimentbeladen bekämpft wird; der als politische Organisationsformen nur noch 'Koalitionen' und 'Verbündete' einfallen und die zudem längst vergessen hat, dass Kritik ein Mittel dazu ist, um schlechte Verhältnisse nicht hinzunehmen.

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Freiheit ist keine Metapher

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Autor*in / Hrsg.: Vojin Sasa Vukadinovic
Details: Umfang: 496 S.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 3.5 x 20.5 x 12.5 cm
Gewicht: 524 g
Erscheinungsdatum: 24.09.2018

Rezension von Elianna Renner auf auf AVIVA-Berlin:

Eine längst überfällige Zusammenfassung von kritischen und analytischen Texten in queerfeministischen Kontexten. Lesegenuss nicht nur für "weiße Privilegierte" sondern für alle, die sich gerne lustvoll in Debatten stürzen und auch (ab und an) mit Selbstkritik umgehen können. Dafür hat sich die Herausgeberin kompetente Autorinnen ins Boot geholt. Veröffentlich wurde die Anthologie im Querverlag.

"Beissreflexe" analysiert, klärt auf und hinterfragt politische und moralische Herangehensweisen in queerfeministischen Kreisen.
Insgesamt 27 Autor_innen aus unterschiedlichsten Kontexten setzen sich mit Themen wie die "Funktion der Betroffenheit", "Queering Islam" / "Islamophobie", "Queere Theorie", "Sichtbarkeit der Lesben", und "Pinkwashing und Antisemitismus" etc auseinander. Es werden Machtstrukturen und Unterdrückungsmechanismen aufgezeigt, die Aktivist_, innen benutzen um ihre politischen Interessen zu transportieren. Eigentlich kein neue Maxime, wenn nicht zu bedenken wäre, dass ausgerechnet der politische Anspruch bei Queerfeminist_innen, was Selbstbestimmung, Sensibilität und Kritik an Machtstrukturen anbelangt, sehr hoch gesetzt ist. Schwierig wird es dann, und das versucht diese Anthologie aufzuzeigen, wenn political correctness und critical whiteness den Katholizismus ersetzen, anstelle des Versuchs, eine selbstkritische und herzliche community zu etablieren, die fähig ist, genau diese Machtstrukturen zu hinterfragen.

Wenn Identität und persönliche Erlebnisse Verhaltensweisen diktieren, Befindlichkeiten politisch werden, und eine "Olympiade der Diskriminierten" entsteht, sollten wir spätestens dann versuchen zu verhindern, dass sich eine "Rottenmeier-Bewegung" bildet.
("Heidi": Johanna Spyri.1880, Fräulein Rottenmeier: Kontrollinstanz fürs richtige Benehmen)

» weiterlesen auf aviva-berlin.de


Rezension von Maya auf dem Blog Die Störenfriedas:

Ein AutorInnen-Kollektiv rund um Patsy L'Amour lalove hat einen Sammelband herausgebracht, dessen Beiträge sich kritisch mit der queerfemistischen (Netz)szene (in Berlin) und den dort vorherrschenden Strukturen, der Meinungs- und Diskussionskultur und ihren Reglements auseinandersetzen. Auch wenn Kritik und das Aufzeigen dieser destruktiven Strukturen und Dynamiken bereits stattgefunden hat und glücklicherweise zunimmt: Die Beiträge füllen in ihrer Komprimiertheit und Klarheit eine Lücke und eine längst fällige und breite Debatte könnte mit dem vorliegenden Band angestoßen werden (oder schon angestoßen worden sein, das illustriert jedenfalls das korrespondierende Twitter-Spektakel).

Die AutorInnen widmen sich den übergeordneten Themen Betroffenheit, Schmutzräume und Trigger, Privilegiencheck, Queere Theorie, Pinkwashing und Antisemitismus, Queering Islam, Queer in Berlin.

» weiterlesen auf diestoerenfriedas.de

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