Wendy Lower: Hitlers Helferinnen. Deutsche Frauen im Holocaust

Artikelnummer: 978-3-596-03239-6

Wendy Lower beschreibt, wie Frauen am Holocaust und anderen Kriegsverbrechen beteiligt waren und wie in einem Klima enthemmter Gewalt alle zivilisatorischen Tabus fallen.

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Die amerikanische Historikerin Wendy Lower erzählt in 'Hitlers Helferinnen' erstmals ausführlich und schonungslos die Geschichte deutscher Frauen während des Zweiten Weltkriegs im besetzten Osteuropa. Nicht nur Männer wurden während des Nationalsozialismus zu Tätern - Frauen spielten eine ebenso wichtige Rolle für die Durchführung des Holocaust.

Hunderttausende von ihnen folgten der 1939 einmarschierten Wehrmacht, als Ehefrauen, Krankenschwestern oder Freiwillige des Reichsarbeitsdienstes. Sie vertrieben polnische Bauern von ihren Höfen und Juden aus ihren Wohnungen, arbeiteten als Aufseherinnen oder kamen als Siedlerinnen.

Vielen von ihnen reichte es nicht aus, die Besatzer nur im Hintergrund zu unterstützen. Sie griffen selbst zu Gewalt, folterten und töteten.

Wendy Lower beschreibt, wie Frauen am Holocaust und anderen Kriegsverbrechen beteiligt waren und wie in einem Klima enthemmter Gewalt alle zivilisatorischen Tabus fallen.

"Hitlers Helferinnen ist ein Wendepunkt sowohl in der Frauen- als auch in der Holocaustforschung." Timothy Snyder


Autor*in / Hrsg.: Wendy Lower
Zeitepoche(n): 20. und 21. Jh.
politische Themen: Nationalsozialismus
Details: Fischer TB/Schatzinsel Bd. 3239
Übersetzt von: Andreas Wirthensohn
Umfang: 336 S.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 2 x 19 x 12.5 cm
Gewicht: 255 g
Erscheinungsdatum: 25.02.2016

~ LESEPROBE ~

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Der Völkermord war auch Frauensache

Es ist, und bei näherem Nachdenken ist das eigentlich auch klar, ein falsches Bild der Frauen im Dritten Reich, diese vorwiegend als blonde Ehefrauen und Mütter in ein eher unschuldiges Licht zu tauchen. Nicht nur Magda Goebbels hätte, so sie nicht von ihrem Mann und Hitler selbst deutlich gebremst worden wäre, sicherlich gerne an erster Linie gestanden, um die abstrusen Werte des Nationalsozialismus aktiv voranzubringen.

Ihre Kinder in den Tod zu schicken ist da nur die Spitze des Eisbergs einer Überzeugungstäterin, die ebenso kühl zu morden verstanden hat.

Und hinter dieser offiziell "ersten Frau um Staate" scharten sich eben nicht die Mädchen aus dem BDM und gefügige, brave Ehefrauen von Funktionsträgern, sondern Herrscharen von Täterinnen in vielfacher Hinsicht.

Sekretärinnen, Buchhalterinnen, Aufseherinnen in den KZ, Frauen, die überzeugt von ihrem ideologischen Handeln waren ebenso wie Frauen, die Chancen auf Karriere witterten.

Wie weit aber die Beteiligung von Frauen ging, wie auch Frauen kalt töteten, folterten, das System beförderten, sich ebenso kühl von flehenden Häftlingen abwandten, wie sie an Massengräbern standen, das nimmt dem Leser dieses Buches stellenweise den Atem.

Auf der Basis nun auch russischer, erst seit kurzem zugänglicher, Quellen öffnet die Professorin der Geschichte Wendy Lower ein Bild des Grauens, dass in dieser Weise weder bis dato breit aufgearbeitet noch überhaupt breit bekannt geworden ist.

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