Yi Luo: Running Girl

Artikelnummer: 978-3-95640-083-4

Li lebt seit einem Jahr in Deutschland, geht zur Uni und arbeitet als Kellnerin in einem Sushi-Restaurant. Aufgrund ihrer Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache zieht die junge Frau sich in ihre eigene Welt zurück und telefoniert täglich über Stunden mit ihrem Freund in China. Nur im Restaurant fühlt Li sich wohl.

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Li lebt seit einem Jahr in Deutschland, geht zur Uni und arbeitet als Kellnerin in einem Sushi-Restaurant. Aufgrund ihrer Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache zieht die junge Frau sich in ihre eigene Welt zurück und telefoniert täglich über Stunden mit ihrem Freund in China. Nur im Restaurant fühlt Li sich wohl. Hier denkt sie sich Geschichten über die Gäste aus - wie zum Beispiel "Manfred", der stets allein isst. Ein Anruf aus der Heimat und eine zufällige Begegnung sollen schließlich dazu führen, dass Li beginnt, sich ihrer neuen Umgebung zu öffnen ...

Mit großem erzählerischen Talent offenbart Yi Luo in "Running Girl" die Kraft, die auch einer vermeintlich kleinen Geschichte innewohnen kann, und schildert eindrücklich die Herausforderungen, sich in einer gänzlich neuen Umgebung zurechtzufinden.

Illustrator*in: Yi Luo
Literatur zu: Migration und Exil
Details: Umfang: 32 S.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 0.5 x 22.1 x 16.6 cm
Gewicht: 118 g
Erscheinungsdatum: 15.05.2016

Rezension von Hai-Hsin Lu auf AVIVA-Berlin:

Das Debut der chinesischen Illustratorin Yi Luo (Yinfinity) zeichnet auf wenigen Seiten ein eindrückliches Portrait von migrantischer Erfahrung: Fremdsein und Ankommen - ein Balanceakt zwischen zwei Welten.

Wie kann das Gefühl von Fremdheit beschrieben werden? Schon viele Literat_innen haben sich an dem Thema versucht. Die Illustratorin Yi Luo hat anhand ihrer eigenen Migrationserfahrungen eine Graphic Novel konzipiert, in der sie mit einem einprägsamen Malstil zwischen hellen Wasserfarben und dunklen Tuschestrichen die täglichen Kämpfe in der neuen Heimat zu einer Kurzgeschichte zusammenfügt. Im Mai 2016 wurde Running Girl im Reprodukt Verlag veröffentlicht und fand seitdem vielfach Beachtung.

Zwischen Fremdsein und Ankommen

Die Protagonistin Li lebt seit anderthalb Jahren in Augsburg, geht zur Uni und arbeitet nebenbei als Kellnerin in einem Sushi-Restaurant. Zu dem ohnehin gut gefüllten Tagesablauf kommen die langen nächtlichen Telefonate mit ihrem Freund Chen, der noch in China lebt.

Die autobiographischen Komponenten sind eindeutig: Auch Yi Luo kam 2007 nach Deutschland und studierte Illustration an der Hochschule Augsburg. Auf den Seiten ihrer Graphic Novel sammeln sich persönliche Erlebnisse, die sie mit weichen Pinselstrichen und hellen Fraben zu Papier bringt: Männer auf der Straße, die ihr "Ausländer!" hinterherbrüllen, die Hilflosigkeit angesichts der Sprachbarrieren in den Vorlesungen, oder auch gegenüber ihres Freunds Chen, der ihr in einem ihrer Videochats beichtet, fremdgegangen zu sein.

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