Zadie Smith: London NW

Artikelnummer: 978-3-462-04557-4

Leah, Natalie, Felix und Nathan wachsen in einer Hochhaussiedlung auf, wie es sie in jeder Großstadt gibt - immer das Ziel vor Augen, Caldwell eines Tages zu verlassen und etwas Größeres, Besseres aus ihrem Leben zu machen. Dreißig Jahre später sind sie zwar erwachsen ...

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Leah, Natalie, Felix und Nathan wachsen in einer Hochhaussiedlung auf, wie es sie in jeder Großstadt gibt - immer das Ziel vor Augen, Caldwell eines Tages zu verlassen und etwas Größeres, Besseres aus ihrem Leben zu machen. Dreißig Jahre später sind sie zwar erwachsen, doch richtig weit gekommen sind sie nicht. Nur Natalie hat es scheinbar geschafft. Als erfolgreiche Anwältin gibt sie mit ihrem Mann vornehme Dinnerpartys, auf denen sich ihre weit weniger zielstrebige Freundin Leah und deren Mann Michel alles andere als wohlfühlen. Überhaupt sind Natalie und Leah blind für die Probleme der jeweils anderen und neiden einander das vermeintlich perfekte Leben. Als eine Fremde an Leahs Tür klingelt, um sie um Hilfe zu bitten, überschlagen sich die Ereignisse.

Zadie Smiths Roman über North West London, das jenseits der Touristenströme liegt, ist ein sehr heutiger, schneller, eindringlicher Text über einen multikulturellen Stadtteil und die Schicksale seiner Bewohner. Das Buch wurde von der New York Times zu einem der 'zehn besten Bücher des Jahres' gewählt.


Autor*in / Hrsg.: Zadie Smith
Belletristik: zeitgenössischer Roman
Literatur zu: Migration und Exil
Weitere Informationen: Originaltitel: NW
Übersetzt von: Tanja Handels
Umfang: 432 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 3.2 x 21 x 13.7 cm
Gewicht: 521 g
Erscheinungsdatum: 09.01.2014

~ LESEPROBE ~

Rezension von Julia Lorenz auf AVIVA-Berlin:

Rau, laut und alles andere als royal: Der Nordwesten der englischen Hauptstadt ist wahrlich kein TouristInnenmagnet. Leah und Natalie leben trotzdem dort - erfolgreich, aber unglücklich. Und das obwohl sie die Betonwüsten ihrer Kindheit längst verlassen haben.

Neukölln ist ja angeblich überall. Auch in London, wo Neukölln Willesden heißt. Und dort scheint der Alltag in der allgemeinen Wahrnehmung - wie in Berlins ehemaligen ArbeiterInnenbezirken - hauptsächlich aus Überfällen und "Ehren"morden zu bestehen. Autorin Zadie Smith, selbst im multikulturellen Willesden geboren und aufgewachsen, erkundete mit ihrem Debut "Zähne zeigen" aus dem Jahr 2001 das Leben im Nordwesten der englischen Hauptstadt - und setzte den "Problemviertel"-Debatten einen ebenso skurrilen wie klugen Beitrag zur Lebensrealität von MigrantInnen entgegen, der ihr internationale Aufmerksamkeit und zahlreiche Auszeichnungen bescherte.

Entsprechend gespannt wurde nun mehr als sieben Jahre nach ihrem letzten Roman "Von der Schönheit" das neue Werk der heute Achtunddreißigjährigen erwartet. Und das setzt auf ein bewährtes Konzept aus neuer Sicht: Sind es in "Zähne zeigen" die ungleichen Kumpels Archie Jones und Samad Iqbal, die Zadie Smith über Jahre durch ihr Leben begleitet, schildert "London NW" das Geschehen aus weiblicher Perspektive.

Zwei Lebensläufe

Wieder sind es zwei Freundinnen, die ihr Hauptstadt-Leben abseits der TouristInnenpfade im Nordwesten Londons bestreiten: Leah Hanwell und Natalie Blake. Beide Frauen haben auf den ersten Blick viel erreicht: Sie haben die Hochhaussiedlungen ihrer Kindheit hinter sich lassen können, sind in Beziehungen und finanziell unabhängig, emanzipiert und selbstbestimmt. Leah ist kinderlos und wenig ambitioniert, in ihrem Job bei einer sozialen Organisation aufzusteigen, Natalie hat zwei Kinder und arbeitet als erfolgreiche Anwältin.

Während Leah zu Schulzeiten eher durch Marihuanakonsum als durch Ehrgeiz auffiel, entschied sich Natalie schon früh dafür, in der städtischen Bibliothek an ihrer Zukunft zu arbeiten und sich nicht zuletzt von ihrem früheren Namen "Keisha" zu trennen; wohl, weil "Natalie" irgendwie mehr nach weißem BildungsbürgerInnentum klingt. Als "Kokosnuss" bezeichnet sie deshalb eine ehemalige Klassenkameradin, mit der es das Leben weniger gut gemeint hat: "Außen braun, innen weiß." Der Umstand, dass Natalie als woman of colour den "sozialen Aufstieg" geschafft hat, scheint im postethnischen London keine Seltenheit zu sein und wird von Zadie Smith angenehm unspektakulär eingeführt, aber dennoch nicht von allen Menschen, die Natalies Weg kreuzen, als selbstverständlich erachtet.

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