Zeina Abirached: Ich erinnere mich. Beirut

Artikelnummer: 978-3-939080-99-2

Die Granatsplittersammlung ihres Bruders, die Nahrungsmittelknappheit, Wagners Walküre, die den Lärm der Gefechte übertönte, aber auch das Tanzen zu 80er-Pop-Musikvideos, ihr erster Kurzhaarschnitt und wie sie ihre Zahnspange bekam ...

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Die Granatsplittersammlung ihres Bruders, die Nahrungsmittelknappheit, Wagners Walküre, die den Lärm der Gefechte übertönte, aber auch das Tanzen zu 80er-Pop-Musikvideos, ihr erster Kurzhaarschnitt und wie sie ihre Zahnspange bekam - Zeina Abirached erinnert sich an den Alltag, die Entbehrungen und Erlebnisse ihrer Kindheit während des libanesischen Bürgerkriegs in liebe- und humorvollen Details und beschreibt so die bedrohliche Kriegssituation einerseits und das Aufwachsen in der familiären Geborgenheit andererseits.

Illustrator*in: Zeina Abirached
Land im Fokus: Libanon
Weitere Informationen: Hrsg.: Johann Ulrich 
Übersetzt von: Paula Bulling
Umfang: 96 S., durchg. illustriert  
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 0.8 x 24.1 x 17.1 cm
Gewicht: 286 g 
Erscheinungsdatum: 15.05.2014

Rezension von Julia Lorenz auf AVIVA-Berlin:

Frisurendesaster, Kugelhagel und Wagners Symphonien: Wenn Graphic-Novel-Künstlerin Zeina Abirached ("Das Spiel der Schwalben") an ihre Kindheit in Beirut zurückdenkt, erinnert sie sich an mehr als den Bürgerkrieg. Und zwar an ihre Familie, NachbarInnen und FreundInnen, die für lichte Momente in unmenschlichen Zeiten gesorgt haben.

Die Erinnerung, so scheint es, ist den Menschen so heilig wie verhasst. Jean Paul behauptete einst, die Erinnerung sei "das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können". "Die Erinnerung ist die einzige Hölle, in die wir schuldlos verdammt sind", setzte ihm der Wiener Dramatiker Arthur Schnitzler entgegen. Die libanesische Illustratorin und Graphic-Novel-Künstlerin Zeina Abirached beweist den alten Herren mit ihren Werken, dass die Wahrheit irgendwo dazwischen liegt.

Schon einmal erinnerte sie sich: An ihre Kindheit im libanesischen Bürgerkrieg, der von 1975 bis 1990 wütete, an ihre frühen Jahre in Beirut, an die Straßen, die begrenzt von der "Green Line" - jener Demarkationslinie, die das christlich geprägte Ost-Beirut vom muslimischen Westen der Stadt trennte - zum Labyrinth wurden. Vor allem aber erinnerte sie sich an die NachbarInnen in ihrem Elternhaus und deren Eigenheiten, ihre kleinen und großen Geheimnisse, ihre Tricks, mit der Angst vor dem nächsten Anschlag umzugehen. Zeina Abiracheds Graphic Novel "Das Spiel der Schwalben", die 2013 in Deutschland erschien, kleidet Zeitgeschichte in intime Anekdoten und eröffnet einen radikal subjektiven Zugang zu einer Kindheit im Ausnahmezustand. Genau darin liegt auch die Stärke ihres neuen Werks "Ich erinnere mich", das einen biografischen Bogen vom Libanon bis ins Frankreich des Jahres 2006 spannt.

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