Rezension zu Claudia Koppert: Sisterhood - eine Sehnsucht

08.05.2015 18:17 | Rezensionen

"Sisterhood" - ein warmer, verheißungsvoller Buchtitel. In 2,3 Tagen hatte ich es ausgelesen. Nur ein Jahr älter als die Autorin, hat mich vieles an alte, verheißungsvolle, hoffnungsvolle Zeiten erinnert ... und auch an Desillusionierungen und Enttäuschungen im Laufe des Lebens.
Vieles, was sie erzählt, war mir irgendwie bekannt und vertraut - es war schön in diesen so ausgelösten Erinnerungen zu schwelgen, auch wenn der Erzählstil mir oft etwas hölzern und langatmig vorkam.

Ja, wie ist das mit den Schwestern, mit der Schwesternschaft, dem innigen Gefühl, der intensiven Verbundenheit von Frauen untereinander? Und von Frauen, die miteinander unterwegs waren und/oder es noch sind? Ich finde, ein schwieriges Kapitel, das erlebe ich auch selbst immer wieder
so.

Und dann ist da ja noch die nächste Generation, die Töchter, die Jugendlichen und jungen Frauen, die oft so achtlos und lieblos mit den in den 70ern und 8ern erkämpften weiblichen Freiheiten und Rechten umgehen, ja, die sie sogar ignorieren und uns mit einem ganz gegensätzlichen
Lebensentwurf konfrontieren?

Wie für viele andere Frauen meiner Generation war es auch für mich schwer zu ertragen, als eine meine Töchter begann sich regelmäßig zu schminken, zu stylen, so viel Wert auf ihr Äußeres zu legen. Von mir hatte sie das doch nicht?! Und auch all diese Auseinandersetzungen miteinander, das erinnere ich gut.

Ich merke, ja, es ist so vieles, was dieses Buch beim Lesen ausgelöst, so viele Erinnerungen, die sich wieder melden können. Die Frauenbewegung, all diese Treffen, Sitzungen, Pläne, Aktionen, Vorbereitungen - und immer wieder auch die kleinen Erfolge, wenn etwas für unsere Sache durchgesetzt werden konnte. Schade, dass das so verloren gegangen ist im Fluss des Lebens. Schwierig war für mich beim Lesen, ja, eigentlich fast ein bisschen hinderlich, dass da immer von
der Stadt "G." die Rede war. Warum dieser Kunstgriff ? Mich hat das sehr abgelenkt, auch weil ich gerne geographisch immer gut orientiert sein möchte beim Lesen, gerade wenn ein Buch so starke autobiographische Züge trägt. "G." war für mich über zwei Drittel des Buches lang "Gießen", weil ich damit keine Stadt verbinden konnte mit "G.", die ich kenne. Und dann plötzlich, tauchen da Details auf, die ich nur allzu gut kenne aus meiner eigenen Geschichte, und dann ist es klar: "G." - das kann doch nur „Göttingen“ sein. Ab da war die ganze Geschichte für mich viel, viel klarer (wenn es denn stimmt !) und das Lesen wurde viel "runder" für mich - und so kam es zu der so stimmigen und runden Begegnung mit dem eigenen Leben. Danke.

Hiltrud Warntjen

 

Das Buch kann hier für 14,90 € bestellt werden!


Lesungen der Autorin: www.claudiakoppert.de/lesungen.php

 

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